Monthly Archives: Februar 2020

Apostelskulpturen des Isenheimer Altars

Ab dem 26. Februar 2020 sind die Apostelskulpturen des Isenheimer Altars wieder im Altarraum des Musée Unterlinden in Colmar zu sehen.

Sie wurden in den letzten Monaten in der Restaurierungswerkstatt C2RMF in Paris aufwändig gereinigt und restauriert. Das C2RMF ist das nationale Forschungszentrum Frankreichs für die Restaurierung aller Sammlungsbestände in französischen Museen.

Die farbige Fassung der Apostelskulpturen überrascht nach der Restaurierung mit unerwarteten Facetten – so zeigen die Gesichter der Apostel eine Vielfalt an Hauttönen – weißlich, rötlich, gelb oder gräulich. Auch die Gold- und Metallauflagen auf den Gewändern haben ihre leuchtende Brillanz wiedererlangt.

In einem nächsten Arbeitsschritt werden die großen Skulpturen des Heiligen Antonius, des Heiligen Augustinus und des Heiligen Hieronymus aus Paris zurück gebracht. Dies wird im Frühjahr 2020 soweit sein und wir werden Sie darüber selbstverständlich informieren.

Die weiteren Etappen der Restaurierung:

Vom 16. – 30. März 2020 arbeiten die Restauratoren wieder auf Gerüsten vor Ort. Besucher des Museums können die Arbeiten live verfolgen. In dieser Arbeitsphase geht es um die Reinigung der Rahmen der Bildtafeln Kreuzigung, Verkündigung und Auferstehung. Der Altar bleibt während dieser Zeit in seiner gewohnten Aufstellung – außer in der Zeit vom 15. Juni bis 14. Juli: Dann werden die Bildtafeln abgenommen und horizontal liegend vor Ort bearbeitet.

DETAIL Preis 2020 ausgelobt: Herausragende Architektur gesucht

»  Einreichungen vom 2. März bis 30. April 2020
»  Prämiert werden Architektur und Konstruktion
»  Erstmalig Auszeichnung für Hochschule

DETAIL lobt den internationalen DETAIL Preis 2020 aus und schenkt damit erneut der Bedeutung innovativer Details für das gestalterische Gesamtkonzept Beachtung.

Architekturqualität prämieren

Der DETAIL Preis sucht zukunftsorientierte, innovative und maßgebende Projekte, die herausragende baukulturelle und technische Qualitäten aufweisen. Vom 2. März bis 30. April 2020 können Planer ihre weltweit realisierten Projekte jeglichen Gebäudetyps einreichen, die sich durch besondere Details innerhalb eines schlüssigen Gesamtkonzepts auszeichnen. Zusätzlich zum Hauptpreis erhält erstmalig ein herausragendes gebautes Projekt einer Hochschule eine Auszeichnung. Im Fokus stehen der Entstehungsprozess und die Architektur, die sich als Umsetzung von Lehre und Forschung verstehen. Hinzu kommt auch wieder der beliebte DETAIL Leserpreis, der mittels Online-Voting von der DETAIL Leserschaft vergeben wird. Alle Informationen zur Auslobung wie Inhalte, Formalien, Bearbeitungsgebühren sowie zur digitalen Einreichung sind demnächst online verfügbar unter: www.detail.de/detailpreis

Internationale Maßstäbe setzen

Wie in den Jahren zuvor rechnet DETAIL erneut mit 350 bis 400 Einreichungen aus über vierzig Ländern. Aus allen Einsendungen nominiert die DETAIL Redaktion die überzeugendsten Projekte. In einem zweiten Schritt wählt eine hochkarätige und international besetzte Fachjury aus den Nominierungen die Preisträger des DETAIL Preises 2020 aus. Mitglieder der Jury sind neben der DETAIL Chefredakteurin Sandra Hofmeister, Louisa Hutton von Sauerbruch Hutton (Berlin), Kim Herforth Nielsen von 3XN (Kopenhagen), Anna Ramos von der Mies van der Rohe Stiftung (Barcelona) und Jacob van Rijs von MVRDV (Rotterdam).

Gewinner des DETAIL Preises 2018 waren Heatherwick Studio (London) mit ihrem Projekt Zeitz Mocaa in Kapstadt und Harquitectes (Sabadell, Spanien) für das Civic Centre Cristalleries Planell in Barcelona. Der DETAIL Sonderpreis inside wurde an Christensen & Co Architects und Rørbæk og Møller Arkitekter für das Atrium des Life Science & Bioengineering Gebäudes der Technischen Universität Dänemark in Lyngby vergeben. Den DETAIL Sonderpreis structure erhielten Undurraga Deves Arquitectos für den Chilenischen Pavillon der Expo 2015 in Mailand. Der DETAIL Leserpreis ging an RAW/deAbajoGarcia für ihr Projekt Impluvium im spanischen Reinosa.

Die Architektur feiern

Im Rahmen einer öffentlichen Preisverleihung am 20. November 2020 in München werden die Gewinnerprojekte des DETAIL Preises 2020 ausgezeichnet. Diese werden außerdem auf der Weltleitmesse BAU 2021 in München im Januar 2021 präsentiert.

Der Preis wird in zweijährigen Rhythmus von DETAIL in Kooperation mit der Weltleitmesse BAU als Hauptsponsor sowie ideellen Partnern aus der Politik und Sponsoren aus der Industrie vergeben. Erklärtes Ziel des DETAIL Preises ist es, die Bedeutung von Architektur für die Gesellschaft hervorzuheben, die Rolle der Architekten in der Öffentlichkeit zu stärken sowie die Vernetzung von Architekten, Bauherren, Industrie und Politik zu fördern.

DETAIL freut sich wieder auf zahlreiche spannende Architektur-Projekte.

Alle Informationen zum Wettbewerb unter www.detail.de/detailpreis

TERMINE

Start Auslobung                     02.03.2020
Einsendeschluss                     30.04.2020
Nominierung                          13.05.2020
Jurysitzung                              26.06.2020
Leservoting                             01.-30.06.2020
Preisverleihung                      20.11.2020

Hauptsponsor

BIMWORX und auxalia verlängern Platin-Partnerschaft

Gemeinsame Workshops rund um Building Information Modeling(BIM)geplant
Die Verlängerung der Platin-Partnerschaft zwischen BIMWORX und auxalia im Februar 2020 setzt ein klares Zeichen, die bisherige enge Zusammenarbeit im Bereich Building Information Modeling (BIM) weiter auszubauen.
Die großen Schnittmengen beider Unternehmen bieten dafür die optimale Grundlage: BIMWORX als Online-Plattform und auxalia als Beratungs-und Softwareunternehmen möchten die interdisziplinäre und vernetzte Zusammenarbeit aller Gewerke der Baubranche über digitalisierte Prozesse fördern. Zudem bauen beide Unternehmen auf bedarfsgerechte Lösungen und höchste Servicequalität, um Kunden und Anwender echte Mehrwerte für den Arbeitsalltag zu bieten.
Besser vernetzt -digital und analog
In Zukunft sollen gemeinsame Workshops durchgeführt werden, um den Beteiligten eines Bauprojektes einen produktiven und praxisorientierten Austausch rund ums Thema Building Information Modeling zu ermöglichen. So wird das digitale Angebot von BIMWORX gemeinsam in die „analoge Welt“ übertragen.
„Es war an der Zeit, geeignete Lösungen für die Vernetzung der Baubranche zu schaffen. BIM erfordert eine engere und interdisziplinäre Zusammenarbeit, diese wird von uns auf der Plattform dargestellt und vertieft. Die Partnerschaft mit auxalia ist dabei ein weiterer Schritt, um in Zukunft auch weitere Angebote zu realisieren, wenn zwei unabhängige Unternehmen ein gemeinsames Ziel verfolgen.“ so BIMWORX Gründer und Geschäftsführer Emanuel Homann.
auxalia Geschäftsführer Andreas Hofherr unterstreicht die Bedeutung der Plattform und der Partnerschaft: „BIMWORX ist aus unserer Sicht ein wichtiger Mosaikstein zur erfolgreichen Digitalisierung der Baubranche. Schließlich stellt die intensive Vernetzung aller Beteiligten eine wesentliche Voraussetzung für den Erfolg von BIM dar. Wir freuen uns darauf, als Platin-Partner gemeinsam mit BIMWORX den digitalen Wandel im Bauwesen aktiv voranzutreiben.“
Über BIMWORX
Die BIMWORX GmbH ist ein 2018 gegründetes Start-Up mit dem Ziel die notwendigen Informationen der Immobilienbranche zu bündeln und zu organisieren. Nutzer sollen einen komfortablen und effizienten Zugriff auf die für sie relevanten Inhalte bekommen –an einem digitalen Ort. Über den Baubranchen Code von BIMWORX ist alles klassifizierbar und damit adressierbar. Auf der kostenlosen Plattform können Experten und Interessierte persönliche Profile und Firmenportraits anlegen, Partner und Projekte verknüpfen, Ausschreibungen publizieren, Veranstaltungen finden, ihr Wissen für die moderne Baubranche teilen und abrufen. Ein Kontaktpunkt für die Bedürfnisse der Branche.
Über auxalia
Die auxalia GmbH mit Hauptsitz in Hamburg steht als spezialisiertes Beratungs-und Software-Unternehmen im Bauwesen seit über 30 Jahren für „bauen digital“. Ziel ist die durchgängige Digitalisierung von Projektabläufen sowie die vernetzte Zusammenarbeit von Bauherren, Bauunternehmern, Projektentwicklern, Architekten, Ingenieuren und anderen Baubeteiligten. Zu diesem Zweck vertreibt und implementiert auxalia das gesamte Autodesk AEC-und BIM-Portfolio sowie eigene, ergänzende Lösungen. Individuelle Beratung, kompetenter technischer Support sowie umfassende Aus-und Weiterbildungsangebote runden das Serviceportfolio ab. Rund 70 Mitarbeiter, 8 Standorte, über 4.600 Kunden und ca. 22 Millionen Euro Umsatz machen auxalia zum größten, ausschließlich auf die Baubranche spezialisierten Autodesk Partner in Deutschland, Österreich und der Schweiz

JENFELDER AU: CDS UND WULFF WOHNBAU HAMBURG VERKAUFEN 137 WOHNEINHEITEN AN ABERDEEN

Hamburg, 27. Februar 2020–137 Wohnungseinheiten und 4 Gewerbeflächen im neuen
Stadtteil„Jenfelder Au“: Das soll auf den Baufeldern 9 und 11 entstehen, die die
cds und Wulff Wohnbau Hamburg an Aberdeen Standard Investments veräußert hat.
Baubeginn für das Projekt, das zu einem Großteil auch an das innovative
Entsorgungskonzept HAMBURG WATER Cycle® angeschlossen wird, ist Sommer 2020.

Bereits Ende September hat die cds und Wulff Wohnbau Hamburg, ein Joint Venture
der cds Wohnbau Hamburg GmbH und der OTTO WULFF Projektentwicklung GmbH, die
geplanten Neubauten auf den Baufeldern 9 und 11 an einen Immobilien-Spezialfonds
der Aberdeen Standard Investments Deutschland AG veräußert.

Auf dem 35 Hektar großen ehemaligen Kasernenareal im Hamburger Osten entsteht
das grüne und kleinteilige Stadtquartier„Jenfelder Au“.

Auf den an Aberdeen Standard Investments veräußerten Baufeldern 9 und 11
entstehen ab 2020 137 Mietwohnungen, 4 Gewerbeeinheiten und 99
Tiefgaragenstellplätze. Ein Großteil der Wohnungen wird an das im Quartier
eingeführte, innovative Entsorgungskonzept HAMBURG WATER Cycle® angeschlossen.
Das abgeführte Schwarz- und Grauwasser wird in geschlossenen Kreisläufen
aufbereitet und zur Energiegewinnung genutzt.

Die 137 Wohnungen und 4 Gewerbeflächen werden in kleinteiliger Architektur
sowohl im klassischen Geschosswohnungsbau, als auch in stadthausähnlichen
Duplex- und Triplexwohnungen umgesetzt. Insgesamt sieben freistehende
Gebäudeteile werden eine gemeinsame Grünfläche mit hoher Aufenthaltsqualität
umschließen und bilden somit das Gesamt-Ensemble auf den Baufeldern 9 und 11.

Baubeginn wird voraussichtlich Sommer 2020 sein. Eine Fertigstellung ist
entsprechend für Herbst 2022 geplant. Ausführender Generalunternehmer wird die
OTTO WULFF Bauunternehmung GmbH sein.

Vorreiter in NRW: Gelsenkirchen setzt die referenzielle Baugenehmigung um

Mönchengladbach, 27. Februar 2020 – Bürokratie abbauen, Verfahren beschleunigen, schneller Wohnraum schaffen: Gelsenkirchen geht mit gutem Beispiel voran und wendet als erste Stadt in Nordrhein-Westfalen konsequent die sogenannte referenzielle Baugenehmigung an. In zentraler Lage entstehen 91 Einfamilienhäuser der zur DORNIEDEN Gruppe gehörenden VISTA Reihenhaus GmbH. Bei seriellen Bauvorhaben mit baugleichen Häusern im gleichen Bebauungsplangebiet muss eine Bauaufsicht nur für wenige Referenzgebäude das übliche Genehmigungsverfahren durchführen. Die darauf basierenden Häuser sind als sogenannte Bezugsgebäude vom Projektentwickler lediglich anzuzeigen. Einen entsprechenden Passus hat die Landesregierung in der Landesbauordnung (BauO NRW 2018) in Paragraph 66 Absatz 5 verankert.

„Schnell, einfach, bürokratiearm: Das ist der Ansatz von referenziellen Baugenehmigungen. Gelsenkirchen und VISTA Reihenhaus sind gemeinsam Vorreiter bei der Umsetzung dieses neuen Verfahrens, das die Landesregierung in der Landesbauordnung 2018 für das serielle Bauen eingeführt hat. In Gelsenkirchen waren für alle Gebäude im Baugebiet lediglich vier Baugenehmigungen notwendig, was das gesamte Verfahren erheblich vereinfacht hat. Das zeigt: Die neue Landesbauordnung wirkt und schafft ein Klima für Neubau in Nordrhein-Westfalen“, sagt Ministerin Ina Scharrenbach bei ihrem Besuch vor Ort.

Normalerweise hätte VISTA für jedes der in Gelsenkirchen geplanten 91 Reihenhäuser jeweils eine eigene Genehmigung bei der städtischen Bauaufsicht einholen müssen. Dass für das gesamte neue Quartier zwischen Richard- und Europastraße nur vier Baugenehmigungen nötig waren, ist der referenziellen Baugenehmigung zu verdanken, die jetzt in Gelsenkirchen für ein großes Baugebiet erstmals in Nordrhein-Westfalen zum Einsatz kam.

Zeit und Ressourcen gespart

VISTA realisiert in dem rund 20.000 Quadratmeter großen Baugebiet zwei verschiedene Reihenhaustypen. Bei beiden Reihenhaustypen ist jeweils zwischen Mittel- und Endhäusern zu unterscheiden – folglich waren insgesamt nur vier Genehmigungen für Referenzgebäude notwendig. „Das ist gegenüber 91 Baugenehmigungen natürlich ein riesiger Unterschied. Das gesamte Verfahren lief dadurch erheblich schneller und kosteneffizienter“, erklärt Martin Dornieden, Geschäftsführer von VISTA. „Beide Seiten, Stadt und wir, haben Zeit und Ressourcen sparen können. Gemeinsam nutzen wir so die Vorteile des seriellen Bauens und stellen zügiger dringend benötigten Wohnraum zur Verfügung.“

In Gelsenkirchen hatten Stadtspitze, Stadtentwicklung und Bauaufsicht ein starkes Interesse, die neuen Möglichkeiten der Landesbauordnung erstmals in NRW nutzen zu können. „Wir haben uns gerne der Herausforderung gestellt, die referenzielle Baugenehmigung erstmals anzuwenden und freuen uns sehr darüber, damit die Entwicklung eines neuen Quartiers in unserem Stadtzentrum unterstützen zu können“, erläutert Stadtdirektorin Karin Welge. „Neuer, bezahlbarer Wohnraum ist auch in Gelsenkirchen ein Thema. Daher haben wir die Chance ergriffen, bei baugleichen Gebäuden die Genehmigungspraxis zu vereinfachen und damit zu beschleunigen.“

Immobilienverband lobt Pioniertat

Auch der Verband der mittelständischen Wohnungs- und Immobilienwirtschaft BFW Nordrhein Westfalen bewertet den ersten Praxistest des neuen Genehmigungsverfahrens durchweg positiv. „In der Baukostensenkungskommission NRW haben wir mit den kommunalen Spitzenverbänden das neue Instrument diskutiert. Die Vorteile liegen auf der Hand: Die referenzielle Baugenehmigung erspart Zeit und schont die ohnehin schwache Personaldecke in den kommunalen Baubehörden, dringend benötigter Wohnraum wird schneller verfügbar. Wer sich vom seriellen Wohnungsbau schnelleres Bauen und bezahlbares Wohnen erhofft, muss auch konsequent sein bei der Beschleunigung der Genehmigungsverfahren. Die referenzielle Baugenehmigung ist ein Paradebeispiel dafür, wie Politik, Verwaltung und Bauwirtschaft gemeinsam viel erreichen können“, so Geschäftsführerin Elisabeth Gendziorra. „Bürokratieabbau und Verfahrensbeschleunigung sind zwei wichtige Weichenstellungen, die wir für den Wohnungsmarkt brauchen. Wir hoffen, dass auch andere Kommunen in NRW das neue Verfahren anwenden.“

Analogien – Bernd & Hilla Becher, Peter Weller, August Sander Photographische Industrielandschaften, Architekturen und Porträts

Eine Ausstellung der Photographischen Sammlung/SK Stiftung Kultur, Köln
in Kooperation mit dem Studio Becher und der Landeshauptstadt Düsseldorf
IM KUNSTARCHIV, DÜSSELDORF-KAISERSWERTH, Suitbertus-Stiftsplatz 1 (Eingang Stiftsgasse 2), 40489 Düsseldorf

Eröffnung: Freitag, 6. März um 18 Uhr Laufzeit: 7. März – 20. September 2020

Bemerkenswerte Aufnahmen, die für Bernd und Hilla Becher zentrale Inspirationsquellen waren, stehen im Fokus der Präsentation und treten zugleich mit ausgewählten Werken des Photographenpaars in einen Dialog. Die Photographien von Peter Weller und August Sander, deren für diese Ausstellung ausgewählten Arbeiten in die ersten drei Jahrzehnte des 20. Jahrhunderts fallen, begeisterten Bechers nachweislich bereits in den Anfängen ihrer Arbeit in den frühen 1960er-Jahren.

Die Ausstellung mit über 70 Exponaten zeigt inhaltliche und methodische Korrespondenzen im Schaffen der drei photographischen Positionen auf. Gabriele Conrath-Scholl, Leiterin und Kuratorin der Photographischen Sammlung/SK Stiftung Kultur, ist sehr glücklich, die drei Positionen erstmals in dieser Kombination auszustellen: „Becher, Weller, Sander – das sind drei Positionen, die uns ein wesentliches Kapitel unserer industriellen Entwicklung in klarsichtigen Bildern nahebringen; in Bildern, die von der bewundernswerten Hingabe und Fähigkeit ihrer Autoren berichten ebenso wie von den Menschen, die sich – wie bei Sander – entweder selbst der Kamera stellten und sich durch ihre Einflussnahme auf ihre Umgebung, ihre Bauten und Konstruktionen mitteilen. So wird für uns eine Zeit und Atmosphäre spürbar, in der gleichzeitig sowohl das bäuerliche Leben, das Handwerk als auch industrielle Betriebe wirksam waren.“

Die dokumentarische Beschreibung von Industrielandschaften im Westerwald und im Siegerland findet sich im systematischen Schaffen von Weller und zugleich auch in jenem von Bechers wieder, sogar motivische Analogien können veranschaulicht werden. Die Ansicht der Herdorfer Friedrichshütte, von Bernd und Hilla Becher 1963 aufgenommen, bietet beispielsweise einen guten Vergleich mit Peter Wellers Aufnahme desselben Werks von 1913. Augenscheinlich wird die Weiterentwicklung des Hüttenwerks, das zu den größten des Siegerlandes zählte. Und nicht zuletzt ist Herdorf der Geburtsort von August Sander, dessen Kindheit und Jugend in eine Zeit fällt, als die Bergwerke und Hütten des Siegerlands noch höchst produktiv waren.

Die Ansichten des Photographen Peter Weller (* 1868 in Hommelsberg, Kreis Altenkirchen, † in 1940 Düsseldorf) entstanden ab 1900 bis in die Anfänge des Ersten Weltkriegs (1914–1918). Sachlich präzise führte er die Berg- und Hüttenwerke vor Augen, die seinerzeit ganz wesentlich die Identität und den Stolz der Region ausmachten. Denn ihr Bodenschatz, das Eisenerz, und die daraus gewonnenen hochqualitativen Eisen- und Stahlprodukte sorgten in der Gegend über Jahrzehnte hinweg für eine hohe, auch internationale Anerkennung. Wellers Photographien, die ein anschauliches Bild der besonderen Landschaft zwischen Natur und Industrie vermitteln, sind Ansichten eines Menschen, der seine Motivwelt von Kindesbeinen an erlebt hatte und wertschätzte. Die Bedeutung Wellers Photographien, insbesondere ihre methodischen, über den reinen Regionalbezug hinausreichenden Voraussetzungen wurden seit den 1970er-Jahren erkannt. Dies vor allem dadurch, weil auf Hinweis von Bernd und Hilla Becher Ansichten von Peter Weller als Neuabzüge auf der documenta 6 (1977) einbezogen wurden.

Die Exponate von Bernd und Hilla Becher (* 1931 in Siegen, † 2007 in Rostock / * 1934 Potsdam, † 2015 Düsseldorf) gehen sämtlich auf Aufnahmen aus dem Siegerland zurück, photographiert zwischen 1961 und 1972, wobei die Entscheidung für die Ausführung der Abzüge im Format von 50 x 60 cm auf die Zeit Ende der 1980er-Jahre zurückgeht. Gezeigt werden sowohl Beispiele zum Thema der Fachwerkhäuser, als auch zum Thema der Industrielandschaften. Die Arbeit der Bechers im Siegerland ist zu Teilen biographisch motiviert, da Bernd Becher aus Siegen stammte, und seine Bildwelt früh vom industriellen Umfeld, den komplexen Hütten- und Bergwerksanlagen dieser Gegend inspiriert war. Zunächst richtete sich ab 1959 die gemeinsame Arbeit des Künstlerpaars auf das Thema der Fachwerkhäuser aus dem industriellen Lebensumfeld, wobei die Bauten so systematisch präzise wie wirklichkeitsnah veranschaulicht werden sollten. Daraus resultierte zum einen eine formal stringente Bildsprache, zum anderen ein Bildkonvolut, das Zeugnis eines hohen Geschichtsbewusstseins ist.

Max Becher, selbst Künstler und Photograph, erinnert sich gut daran, wie akribisch seine Eltern jeden Arbeitsschritt überdachten: „Wenn auch beim Photographieren nicht alles planbar ist, so haben beide doch mit hohem Anspruch an sich selbst und enormer Geduld versucht, ihre Motive gezielt zu finden und genau zum richtigen Zeitpunkt abzupassen. Eine Menge unterschiedlicher Koordinaten waren dabei zu beachten, die in Kürze kaum aufzählbar sind. Ihre Aufnahmen können, wenn man so will, mit realistisch aufgefassten Porträts verglichen werden, worauf die Gestalt, die typischen Merkmale und das Befinden einer Person genau ablesbar werden. Generell ging es ihnen um klare, sachlich korrekte und dokumentarische Photographien, die zusammengestellt in Bildreihen möglichst prägnant über bestimmte Phänomene des profanen Lebens, bevorzugt der Montanindustrie, berichten: über Bauformen, über Entwicklungen, über Ideen und Zeitgeist. In der Ordnung all dessen ist ihnen letztlich eine eigene Bildästhetik von hoher Prägnanz gelungen. Für mich gibt es vieles, das ich erst jetzt in ihrer Arbeit entdecke oder unter neuen Gesichtspunkten anschaue. Keine Frage, dass mir die Ausstellung ihrer Photographien sehr wichtig ist.“

Das Serielle ebenso wie der typologische Blick auf die Wirklichkeit kennzeichnet zudem die empathischen wie analytischen Porträtphotographien von August Sander (* 1876 in Herdorf, † 1964 in Köln). Von ihm werden nicht allein Bauern-, Handwerker- und Arbeiterporträts sowie Bildnisse von Kleinstädtern aus seinem Kulturwerk „Menschen des 20. Jahrhunderts“ gezeigt – die „Jungbauern“, der „Konditor“ oder auch das Motiv „Handlanger“

sind legendär –, sondern auch solche, die in seiner Heimatgegend im Siegerland, so in der kleinstädtischen Ortschaft Herdorf, entstanden und weitgehend unbekannt sind.
Biographie und Werkgenese liegen auch bei August Sander nah beieinander. So finden sich in seinem berühmten Opus Magnum „Menschen des 20. Jahrhunderts“ sehr viele Personen wiedergegeben, die er über längere Zeit kannte oder mit denen er gelegentlich sogar verwandt war. Bereits in der Frühzeit in seinem Heimatdorf Herdorf präferiert der 16-jährige Autodidakt im Gegensatz zu vielen professionell tätigen Berufsphotographen das Porträtieren in der Natur, im Zuhause oder am Arbeitsplatz der Menschen. Damit suchte er Momente, die eine ungezwungene Begegnungssituation ermöglichten ebenso wie das Arbeiten mit natürlichem, möglichst wenig kontrastreichem Licht. Strahlen die von den Abgebildeten eingenommenen Posen somit eine große Selbstverständlichkeit aus, so kann aber davon ausgegangen werden, dass der Aufnahme Absprache und Justierung vorausgingen. Dies nicht zuletzt auch, weil August Sander (wie auch Weller und Bechers) mit einer schweren Großbildkamera und Stativ arbeitete, was eine beidseitige Konzentration auf die Aufnahme erforderte.

Die Photographien von Peter Weller sind Neuabzüge, die unter Begutachtung von Bernd & Hilla Becher entstanden und teilweise zum ersten Mal ausgestellt werden. Die Neuabzüge, die Motive von August Sander vorstellen, entstanden in Zusammenarbeit mit dem Enkel des Photographen Gerd Sander und des Weiteren in Eigenregie der Photographischen Sammlung/SK Stiftung Kultur. Einige Sander-Motive werden in der aktuellen Ausstellung erstmals präsentiert. Die Photographien von Bernd und Hilla Becher sind Neuabzüge aus dem Studio Becher, unter der Leitung von Max Becher.

Kunstarchiv Kaiserswerth, Suitbertus-Stiftsplatz 1 (Eingang Stiftsgasse 2), 40489 Düsseldorf

Öffnungszeiten: Sa–So 14–18 Uhr

Öffnungszeiten düsseldorf photo +: Freitag, 13. März, 18.00 – 21.00 Uhr Samstag,14 März, 12.00 – 18.00 Uhr Sonntag, 15. März, 12.00 – 16.00 Uhr

Tel.: +49 (0) 211 89 24 197, E-Mail: info@kunstarchiv-kaiserswerth.de

Über die GMG Viersen

Über die GMG
Die Grundstücks-Marketing-Gesellschaft der Stadt Viersen mbH (GMG) schafft Lebensräume für Menschen in Viersen. Räume zum Arbeiten, zum Wohnen und zum
Wohlfühlen. Die GMG ist eine 100%ige Tochter der Stadt Viersen und seit 1996 Stadtentwickler mit Leib und Seele. Die GMG ist einer der größten Gewerbeflächenentwickler der Region und bietet Unternehmen und Investoren die passenden Flächen am richtigen Standort. Die GMG entwickelt Wohngebiete und Immobilien in den schönsten Lagen der vier Stadtteile in Viersen und hat dabei einen klaren Anspruch: Zuhause schaffen.

Die GMG spezialisiert sich zunehmend auf das innerstädtische Redevelopment.

Mit zukunftsfähigen Konzepten und kreativer Architektur wird Immobilien und Quartieren neues Leben eingehaucht.

Die GMG will Menschen begeistern und das Motto der Stadt lebendig umsetzen:

Stadt. Land. Viersen. – Kommen, um zu bleiben.

Neuer Besucherrekord des diesjährigen KLB-Fachforums

Einen neuen Besucherrekord kann das diesjährige KLB-Fachforum verbuchen: Rund
300 Teilnehmer folgten den Ausführungen der Referenten zum Thema „Wohnungsbau –
nachhaltig und wirtschaftlich“. Dabei bot die Veranstaltung nicht nur
Weiterbildungsmöglichkeiten, sondern auch Raum für fachlichen Austausch. Dies
honorierten die Gäste, indem sie das Fachforum zu 93 Prozent mit den Noten „sehr
gut“ oder„gut“ bewerteten.

Spitzenforschung an der HCU Hamburg: BWFG fördert zwei Forschungsvorhaben zur Stadt der Zukunft

Hamburg, 28. Januar 2020. Zwei zukunftsweisende Forschungsvorhaben der HafenCity Universität Hamburg (HCU) haben sich in der aktuellen, dritten Runde der Landesforschungsförderung durchgesetzt. Wie auf der heutigen Landespressekonferenz verkündet, haben die Forschungsvorhaben „Von Grau zu Grün – Lineare Infrastrukturlandschaften als Freiräume für die Stadt im Klimawandel (LILAS)“ unter der Leitung von Prof. Antje Stokman (Architektur und Landschaft) und das Forschungsvorhaben „Partizipation – kollaborativ und multimedial (PaKOMM)“, federführend betreut von Prof. Dr.-Ing. Jochen Schiewe (Geoinformatik & Geovisualisierung), von der Behörde für Wissenschaft, Forschung und Gleichstellung (BWFG) den Zuschlag erhalten. Die zwei Forschungsprojekte laufen über je 3,5 Jahre und werden gemeinsam mit der Technischen Universität Hamburg (TUHH) beziehungsweise der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg (HAW) umgesetzt.

Das Forschungsvorhaben „VON GRAU ZU GRÜN – Lineare Infrastrukturlandschaften als Freiräume für die Stadt im Klimawandel (LILAS)“ untersucht, wie sich lineare, „graue“ Infrastrukturräume – Verkehrstrassen, Hochwasserschutzanlagen, Kanalisation, kanalisierte Gewässer, etc. – in grüne, urbane Freiräume verwandeln lassen. Die Idee dahinter: Eine grüne, vernetze Infrastruktur könnte sich wie ein feinverzweigtes Adersystem durch die Stadt ziehen und angesichts der Auswirkungen des Klimawandels und wachsender, sich verdichtender Metropolen zusätzliche grüne Freiräume als urbane Lebensräume schaffen. Ziel des Forschungsverbundes ist es, bestehende Potenziale und Instrumente der Transformation linearer Infrastrukturräume transdisziplinär zu erforschen und zu erproben. „Unter Einbeziehung lokaler und internationaler Fallbeispiele sowie in Kooperation mit Hamburger Akteuren wollen wir mögliche Strategien von der Ebene der Gesamtstadt bis zur konkreten Projektumsetzung aufzeigen,“ erläutert Prof. Antje Stokman. Der Einsatz neuer, an den Klimawandel angepasster Baumaterialien sowie grüner Technologien werde weiter an Bedeutung gewinnen. „Wir werden an der HCU ein Urban Green Lab aufbauen, um unsere fächerübergreifende Zusammenarbeit im Bereich des klimaangepassten Planens und Bauens weiter zu stärken“, so Stokman.

Ebenfalls mit der Stadt der Zukunft, aus ganz anderer Perspektive, befasst sich das Forschungsvorhaben „Partizipation – kollaborativ und multimedial (PaKOMM)“. Hier stehen neue, verbesserte Möglichkeiten der digitalen Bürgerbeteiligung im Zentrum. Insbesondere in der Stadtplanung haben sich kollaborative Partizipationsprozesse längst als sinnvolles Format demokratischer Gesellschaften etabliert. Bestehende Technologien lassen jedoch nur den isolierten Einsatz der jeweiligen raumzeitlichen Daten etwa in Form von thematischen Karten, Diagrammen, Luftbildern, Videos oder Animationen zu. Auf Grundlage der an der HCU vorhandenen, interdisziplinären Expertise sollen nun neue anwendungsspezifische und integrative Lösungen entwickelt werden. „Wir möchten auch Mixed-Reality-Techniken oder Gamification-Elemente einsetzen, um einen deutlichen Mehrwert im Partizipationsprozess zu ermöglichen. Langfristig wollen wir mit unserer Forschung zu effektiveren und effizienteren Entscheidungen beitragen“, erläutert Prof. Jochen Schiewe.

Mehr als schön: Design Plus zeichnet Leuchten-Designs und Gebäudetechnik-Innovationen aus

Die Gewinner des internationalen Wettbewerbs Design Plus powered by Light +
Building stehen fest. Die erstklassig besetzte Fachjury zeichnet damit
innovative Produkte aus, die höchsten Ansprüchen an Gestaltung, Bedienbarkeit,
Nachhaltigkeit und technische Qualität genügen. Die Preisverleihung findet am 8.
März im Rahmen der weltweiten Branchenleitmesse Light + Building in Frankfurt am
Main statt.

Vier hervorragend designte Pendelleuchten und ein hochwertiger Rauchmelder
erhalten die begehrte Best of-Auszeichnung von Design Plus. Dabei hebt die Jury
originelle Ideen, klare Formsprache und die Fähigkeit der Objekte hervor, eine
besondere Atmosphäre im Raum zu schaffen. Den Nachwuchs-Wettbewerb gewinnen drei
innovative, vielseitig einsetzbare Leuchten-Objekte. Besonders erwähnt wird
darüber hinaus eine Schalterserie aus Beton, die nicht nur spannende Kontraste
ermöglicht, sondern auch ein taktiles Erlebnis schafft, das den Kriterien des
Universal Design gerecht wird.

Jurysitzung Design Plus: Stefan Hillenmayer, Oliver Jahn, Julia Knaak, Lutz
Dietzold, Sandra Rohlf, Sebastian Brink (v.l.n.r)

Insgesamt erhalten im Rahmen des Wettbewerbs 34 innovative Produkte eine Design
Plus-Auszeichnung. Darunter sind neuartige Leuchten, selbstleuchtendes Glas,
eine Wallbox für die Aufladung von Elektroautos und unsichtbare Steckdosen. Alle
prämierten Produkte werden während der Light + Building vom 8. bis 13. März 2020
in Frankfurt am Main in der Design Plus-Sonderschau in Halle 1.2 gezeigt.

An dem Wettbewerb beteiligten sich 126 Unternehmen aus 24 Ländern mit insgesamt
177 Produkten. Design Plus gilt als einer der bedeutendsten Design-Preise in
Deutschland.

Eine unabhängige Fachjury bewertete in einer Sitzung Mitte Januar die Vielzahl
an eingereichten Produkten aus den Bereichen Licht und Gebäudetechnik. Zu den
Jurymitgliedern gehörten:

·Sebastian Brink, Geschäftsführer, Carl Prediger GmbH & Co. KG

·Stefan Hillenmayer, Director ID Realization, designaffairs GmbH

·Oliver Jahn, Chefredakteur, AD Architectural Digest

·Julia Knaak, Architektin, Executive Group Sauerbruch Hutton

·Sandra Rohlf, Projektleiterin Lichtplanung, Schatte Gruppe

Design Plus powered by Light + Building wird von der Messe Frankfurt und dem Rat
für Formgebung ausgeschrieben und von einer unabhängigen Fachjury vergeben.

Die Gewinnerliste und Bilder der ausgezeichneten Produkte stehen unter folgendem
Link zum Download bereit: www.light-building.com/designplus

Weitere Informationen unter: www.light-building.com

Die Light + Building findet vom 8.-13. März 2020 in Frankfurt am Main statt.

 

 

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