Berlin, 6. September 2019 ­– Berlin befindet sich schon seit längerer Zeit in einer Wachstumsphase. Die Bundeshauptstadt zieht Jahr für Jahr zehntausende Menschen an. Die Stadt wächst kontinuierlich und damit steigen auch die Schülerzahlen. Grund für den Berliner Senat, mit seiner großen Schulbauoffensive insgesamt 5,5 Mrd. Euro in den Schulneubau sowie in Sanierungen und Erweiterungen der vorhandenen Schulen zu investieren. Hitzler Ingenieure Berlin ist als Projektsteuerer Teil der Berliner Schulbauoffensive (BSO) und übernimmt zusammen mit der HWP Planungsgesellschaft mbH die Steuerung elf einzelner Schulneubauprojekte sowie das übergeordnete Projektmanagement dieser Baumaßnahmen.

 

Mit der Schulbauoffensive wird der Berliner Senat bis 2026 5,5 Milliarden Euro investieren, um neue Schulen zu bauen, bestehende Schulen zu erweitern und große Sanierungsmaßnahmen durchzuführen. Darüber hinaus werden die Bezirke auch zahlreiche Maßnahmen im Rahmen der baulichen Unterhaltung realisieren. „Eine große Aufgabe“, sind sich die verantwortlichen Projektleiter bei Hitzler Ingenieure Berlin, Philip Zurman und Alf Gericke, einig, „und wir sind dabei!“ In Kooperation mit der HWP Planungsgesellschaft mbH übernimmt Hitzler Ingenieure die Projektsteuerung für fünf 3-zügige und sechs 4-zügige Grundschulneubauten, die in einem Wettbewerb Ende 2018 ausgelobt wurden. Im Mittelpunkt der zwei EU-weit ausgeschriebenen Realisierungswettbewerbe stand die Aufgabe für die Architekten, jeweils einen Basisbaukörper für die jeweiligen Schultypen sowie für die dazugehörigen Sporthallen zu entwickeln. „Diese Baukörpertypen mussten so flexibel sein, dass sie auf unterschiedliche Grundstücke in der Landeshauptstadt angepasst werden können – hinsichtlich Faktoren wie Lärm, sommerlicher Wärmeschutz, Baugrund und Freianlagenplanung“, sagt Alf Gericke. „Die jeweiligen Typenentwürfe werden modular entwickelt, so dass sie im Rahmen der Berliner Schulbauoffensive in relativ kurzer Zeit mit einem sehr hohen Vorfertigungsgrad erbaut werden können.“

Die geplanten 3-zügigen Grundschulen des erstplatzierten Generalplaners h4a Gessert + Randecker Architekten aus Stuttgart kommen zunächst an fünf von maximal zehn möglichen Standorten zum Einsatz, die 4-zügigen Schulen des Gewinners aus dem zweiten Generalplanerwettbewerbs, Bruno Fioretti Marquez Architekten aus Berlin, verteilen sich auf sechs von maximal zwölf möglichen Standorten. „Insgesamt könnten so bis zu 22 Grundschulen realisiert werden“, erläutert Gericke. „Elf Standorte stehen derzeit fest. Sie sind über sechs von den zwölf Berliner Bezirken verteilt.“ Die neuen Schulen und Sporthallen werden in Amtshilfe für die Bezirke durch die Berliner Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen gebaut.

In dem gesamten Projekt kommt der beschleunigte Planungsablauf im Sinne einer „Erweiterten Vorplanungsunterlage“ zur Anwendung. Diese beinhaltet komprimiert die Vorentwurfs- und Entwurfsplanung sowie vorgezogene Teile der Ausführungsplanung. „So wird wertvolle Zeit gewonnen“, sagt Alf Gericke, „da sich hierdurch die mehrstufigen Prüfprozesse für die einzureichenden Planungsunterlagen erübrigen.“

Aus pädagogischer Sicht sollen die neuen Schulgebäude eine intensivere Zusammenarbeit zwischen Schülern und Lehrern ermöglichen. Aus diesem Grund werden die Klassenräume um ein so genanntes Compartment, ein Lern- bzw. Teamhaus, angeordnet. „Ein Compartment besteht aus einem Allgemeinen Unterrichtsbereich, ergänzenden Flächen und einem Teambereich“, erklärt Philip Zurman. „Das Konzept geht weg von den Flurschulen, hin zu Lernbereichen. Wir sprechen von einer kleinen Schule in der großen Schule, wo jahrgangsübergreifender oder jahrgangsbezogener Gruppenunterricht stattfinden soll.“

Nach derzeitigem Planungsstand können die ersten Grundschulen voraussichtlich zum Schuljahresbeginn 2022/23 zur Nutzung übergeben werden.