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Im vergangenen Jahr musste pandemiebedingt eine der wichtigsten Fachmessen für Immobilien und Investitionen in Europa, die Expo Real, abgesagt werden. Dieses Jahr wird sie wieder in München ausgerichtet. Mit dabei ist vom 11. bis 13. Oktober 2021 auch das Land Bremen, um vor Ort für seine Immobilienprojekte in Bremen und Bremerhaven zu werben.

Bremen/Bremerhaven, 8. Oktober 2021. Die Corona-Pandemie hat Wirtschaftszweige wie Hotellerie, Gastronomie und Einzelhandel hart getroffen. Der Immobilienmarkt aber trotzte in Bremen weitgehend der Krise, nicht nur im Sektor für Wohnimmobilien, sondern auch im Bereich der Logistik- und Büroimmobilien. Das zeigt der kürzlich veröffentlichte Bremer Immobilienmarkt-Report 2021. „Die Immobilienwirtschaft im Land Bremen ist erstaunlich stabil durch die Krise gekommen“, betont Bremens Senatorin für Wirtschaft, Arbeit und Europa, Kristina Vogt. „Und nicht nur das: Der vor der Krise verzeichnete Aufwärtstrend geht weiter.“

Im Coronajahr 2020 wurden in der Stadt Bremen 100.000 Quadratmeter Büroflächen vermietet ­– deutlich mehr als bisher üblich. Für das Jahr 2021 prognostizieren die Marktanalysen einen weiteren Rekord. Ähnliches gilt für Logistikimmobilien, auch der Produktionshallenflächenbestand wächst. Wie groß die Bedeutung der Immobilienwirtschaft für das Land Bremen ist, zeigt die hohe Zahl der Ausstellenden, die sich am Messeauftritt des Landes Bremen auf der Expo Real beteiligen. Trotz Coronabeschränkungen sind 25 Partnerunternehmen aus Bremen, Bremerhaven und dem Umland vertreten – nur unwesentlich weniger als auf der letzten Expo Real im Jahr 2019 mit 29. „Es ist ein gutes Signal, dass so viele Unternehmen das Land Bremen in München repräsentieren“, betont die Senatorin.

Der gemeinschaftliche Messeauftritt wird von der WFB Wirtschaftsförderung Bremen GmbH im Auftrag der Senatorin für Wirtschaft, Arbeit und Europa organisiert. „Wir sind froh, dass wir uns unter Einhaltung der aktuellen Hygiene- und Abstandsregeln nach einem Jahr Pause wieder vor Ort mit Vertreterinnen und Vertretern der Immobilienbranche austauschen können“, sagt Andreas Heyer, Vorsitzender der Geschäftsführung der WFB. Die Ausstellerzahlen zeigten, dass das Interesse und der Bedarf weiterhin sehr hoch seien. Für das Land Bremen sei es wichtig, sich auf einer der größten Leitmessen für Gewerbeimmobilien zu präsentieren und um Investitionen werben zu können. „Hier findet das große Matchmaking der deutschen Immobilienwirtschaft statt“, betont er.

Bremen entwickelt sich zur Stadt der Quartiere

Die nachhaltige Quartiersentwicklung ist eines der Top-Themen, über die das Bundesland auf der diesjährigen Expo Real die Besucherinnen und Besucher informiert. „Die Entwicklung zu einer Stadt der Quartiere, weg von den Monostrukturen, hat sich bewährt“, sagt Andreas Heyer. „Neuentstandene Quartiere wie das Tabakquartier, die Überseeinsel oder der Europahafen üben nicht nur auf hiesige Unternehmen und Start-ups Anziehungskraft aus, sondern auch auf Betriebe aus dem Umland.“

Eines der größten neuen Entwicklungsgebiete Bremens ist das Tabakquartier der Projektentwicklungsgesellschaft Justus Grosse als Bauherrin in Woltmershausen. Auf dem 20 Hektar großen Gelände einer denkmalgeschützten, ehemaligen Zigarettenfabrik entsteht ein lebendiges Quartier für Arbeit, Wohnen, Gastronomie und Kultur. Zum Konzept gehören ein Hotel, ein Theater, ein Orchestersaal, Ateliers, Praxen, eine Kita sowie ein Mobilitätshaus für Autos, Fahrräder und Carsharing-Fahrzeuge. Das Ziel ist ein urbanes Quartier mit viel Grünflächen, wenig Autoverkehr und einer weitgehend CO2-neutralen Energieversorgung.

Aktionsprogramm Innenstadt

Auch die Innenstadtentwicklung ist eines der Top-Themen auf der Expo Real. Nicht erst seit Corona kriselt bundesweit der innerstädtische stationäre Einzelhandel. Um die Bremer City nachhaltig zu beleben und zu verbessern, startete in diesem Jahr auf Initiative des Bremer Senats das Aktionsprogramm Innenstadt. Die Idee: Auch abseits des Shoppings Anlässe für einen Stadtbummel zu bieten, etwa mit dem Kulturprojekt „Open Space“ auf dem Domshof, mit der samstäglichen kostenlosen Straßenbahnfahrt um die City, dem „Bremer Kultur Sommer Summarum“, freiem WLAN, Lichtkunst in der dunklen Jahreszeit und dem ersten Fairkaufhaus „ekofair“. Ekofair ist das Ansiedlungsergebnis eines Wettbewerbs der WFB – ebenso wie mehrere Pop-up-Stores, die neues Leben in leerstehende Einzelhandelsflächen bringen und dank WFB-Förderung zunächst mietfrei sind. Auch Inhabergeführte Einzelhandelsgeschäfte sollen seitens der Stadt unterstützt werden, etwa bei der Einrichtung eines Ladencafés. Beim Projekt „Transformartini“ wurde die vielbefahrene Martinistraße zum Erlebnisraum mit Strand, Liegestühlen und einer künstlichen Surfwelle: Es ist ein Versuch, wie eine autofreie Stadt aussehen könnte.

Strategie der nachhaltigen Gewerbegebiete

Gewerbegebiete und Wirtschaftsstandorte sollen in Bremen künftig umwelt- und klimafreundlicher sein. Bei der Erschließung neuer Gewerbegebiete und bei der Weiterentwicklung bestehender Wirtschaftsstandorte liegt der Schwerpunkt daher künftig auf Klima- und Umweltschutz sowie Biodiversität. Bei der Weiterentwicklung des Gewerbeparks Hansalinie wird die neue Strategie zum ersten Mal in der Stadt Bremen angewendet. „Klimaneutrale Wirtschaftsstandorte werden künftig den Standard setzen“, sagt Wirtschaftssenatorin Vogt. „Deshalb will Bremen mit der Strategie der qualifizierten Gewerbeentwicklung sicherstellen, für Neuansiedlungen und ansässige Unternehmen attraktiv zu bleiben.“

Ziel ist es, wirtschaftliche, ökologische und soziale Ziele miteinander zu verknüpfen. Im Wettbewerb der Standorte und damit auch der Fachleute konkurriert Bremen mit Städten vergleichbarer Größe. Bei der Entscheidung spielt Nachhaltigkeit eine immer größere Rolle. Zum Konzept gehört daher, die Gebiete und ihre angesiedelten Unternehmen mit erneuerbaren Energien zu versorgen, Grün- und Wasserflächen zu erhalten oder neu zu schaffen, Abfälle zu vermeiden und effizientes Recycling zu ermöglichen. Fassadengestaltungen und Gründächer sollen dazu beitragen, dass sich Gebäude nicht durch Sonneneinstrahlungen aufheizen. Auch der Ausbau des ÖPNV, des Radwegenetzes, von Carsharing-Angeboten und der Elektro- und Wasserstoffmobilität gehören dazu.

Nachhaltiges Gewerbe- und Industriegebiet LUNE DELTA

Bremerhaven setzt mit seinen Planungen für das nachhaltige Gewerbe- und Industriegebiet LUNE DELTA bereits Maßstäbe: Das Projekt am Wasser und in Nachbarschaft zum größten Naturschutzgebiet des Landes, die Luneplate, bekam 2019 von der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen bereits das Vorzertifikat mit der höchsten Auszeichnungsstufe (Platin). Mit dem 150 Hektar großen Gebiet will die Stadt Bremerhaven Unternehmen der Green Economy einen attraktiven Standort bieten, der auch künftigen höchsten nachhaltigen Standards entspricht. So soll das gesamte Gewerbegebiet zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien versorgt werden. In unmittelbarer Nähe soll Windstrom in grünen Wasserstoff umgewandelt werden, angedacht ist auch ein bundesweit einzigartiges Testfeld für Elektrolyseure für die Wasserstoffherstellung.

„Das neue Gewerbe- und Industriegebiet LUNE DELTA zeigt in besonderer Weise, wie sich wirtschaftliche, ökologische und soziale Ziele miteinander verknüpfen lassen. Ich bin zuversichtlich, dass dies insbesondere zukunftsorientierte Unternehmen und Investoren schätzen werden. Nur auf diese Weise können wir die Herausforderungen des Klimawandels meistern und unsere Wettbewerbsfähigkeit weiter steigern“, betont Nils Schnorrenberger, Geschäftsführer der BIS Wirtschaftsförderung Bremerhaven.

Den Auftakt für das Gebiet soll ein grünes Gründerzentrum mit Schwerpunkt Green Economy bilden, das von der stadteigenen Bremerhavener Entwicklungsgesellschaft Alter/Neuer Hafen (BEAN) geplant wird. Es soll eine Keimzelle für innovative Formen des vernetzten Wirtschaftens werden. Ergänzt wird es um ein Management, das die lokalen Stoffströme lenkt und die Unterhaltung des Gebietes für alle managt. Auf diese Weise sollen Ressourcen, aber auch Kosten eingespart werden.