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Ressourcenschonender Innenstadtbau: Mehr Platz zum Shoppen dank Hohlkörpertechnologie

Ressourcenschonender Innenstadtbau

Mehr Platz zum Shoppen: Gewichtsreduktion von über 3.000 t durch Hohlkörper ermöglicht Aufstockung eines Einkaufszentrums ohne zusätzliche Verstärkungsarbeiten

Nachhaltige Technologie bringt Einsparung von 286 t CO2

 

In zentraler Innenstadtlage entsteht mit der Dreiländergalerie in Weil am Rhein aktuell ein neues Einkaufs- und Dienstleistungszentrum. Neben einem eng gesteckten Terminplan bildeten eine Reihe von baubegleitenden Planungsänderungen die größte Herausforderung. So sollte eines der Gebäude aufgestockt werden, um mehr Platz für Geschäfte zu schaffen. Das Gesamtgewicht des Baus durfte dadurch aber nicht steigen, da andernfalls der Nachweis der Erbebensicherheit gefährdet und aufwendige Verstärkungsarbeiten an Wänden und Fundamentplatten erforderlich gewesen wären. Auf Anraten der Tragwerksplaner ASSMANN BERATEN + PLANEN GmbH entschieden sich die Bauherren der CEMAGG Weil am Rhein GmbH & Co. KG für den Einsatz von Hohlkörperelementen der Heinze Cobiax Deutschland GmbH ab dem zweiten Untergeschoss, um das Gewicht des erweiterten Gebäudes konstant zu halten. Dadurch lassen sich 3.365 t einsparen. Zudem sorgt die nachhaltige Technologie für einen reduzierten Betoneinsatz: 227 Betonmischerfahrten weniger sind notwendig, wodurch 286 t CO2 weniger ausgestoßen werden. So leistet Cobiax einen Beitrag zum grünen energetischen Konzept des Baus, für den eine LEED Gold Zertifizierung angestrebt wird. Zukünftig können Fahrgäste der Tramlinie S8 in Weil am Rhein ganz besondere Ausblicke genießen: In zentraler Lage am Europaplatz entsteht unter dem Projekttitel „Dreiländergalerie“ ein Dienstleistungs- und Einzelhandelszentrum, das die Wendeschleife der Tram architektonisch mit

einbinden wird. Der unter Federführung der CEMAGG Weil am Rhein GmbH & Co. KG entstehende Komplex umfasst ein Hauptgebäude und einen Solitär-Turm, die im Obergeschoss miteinander verbunden sind und ebenerdig von der Tram gekreuzt werden. Nach Fertigstellung wird der nach Plänen der Architektin Yvonne von Salm vom Düsseldorfer Büro Chapman Taylor entworfene Bau eine vermietbare Fläche von 26.500 m² aufweisen und damit Platz für 550 Parkplätze, 60-70 Shops und Gastronomiebetriebe sowie weitere Dienstleistungsangebote bieten. „Die größte bautechnische Herausforderung stellten neben dem engen Zeitplan die geographische Lage in einer Erbebenzone 3 und die nachträgliche Erweiterung der Gebäude dar“, berichtet Christof Hülsmann, zuständiger Tragwerksplaner der ASSMANN BERATEN + PLANEN GmbH. „Als der Bauherr nach einer später möglichen Aufstockung fragte, waren die Gründung und die beiden unteren Geschosse bereits angelegt. Die zusätzlich zu berücksichtigenden Lasten für ein optionales drittes Obergeschoss stellten insbesondere für den Nachweis der Erdbebensicherheit eine Herausforderung dar.“ Das zusätzliche Gewicht führt im Falle von Erdstößen zu einer stärkeren Beanspruchung der aussteifenden Treppenhauskerne und deren Fundamente. Bei konventioneller Bauweise wäre diese Aufstockungsmöglichkeit nur mit aufwendigen Verstärkungsmaßnahmen an den bereits hergestellten Wänden und Fundamentplatten möglich gewesen. Deshalb empfahl der Tragwerksplaner den Einsatz von Hohlkörperelementen der Heinze Cobiax Deutschland GmbH, die zu 100 Prozent aus recyceltem Kunststoff bestehen. Sie werden ab dem zweiten Untergeschoss eingebaut, um das Gewicht des erweiterten Gebäudes konstant zu halten. „Dank der Hohlkörpertechnologie konnten wir das Gebäude für eine eventuelle Aufstockung um ein weiteres Obergeschoss vorrüsten, ohne den bereits in Gang gesetzten Bauablauf zu stören oder gar zu unterbrechen“, berichtet Jana Knoppe, Projektmanagerin bei Drees & Sommer als Bauherrenvertretung für die CEMAGG.

Einsatz von Hohlkörpertechnologie spart 3.365 t Gewicht Das Bauwerk war zunächst mit punktgestützten Stahlbetondecken ohne Hohlkörper geplant. Durch deren Einsatz ab der Decke über dem zweiten Untergeschoss können nun die Eigenlasten der Geschossdecken reduziert werden, was die Beanspruchung der tragenden und aussteifenden Bauteile signifikant senkt. Dazu werden circa 108.000 Hohlkörper in genau vordefinierten, statisch nicht relevanten Bereichen verwendet, sodass sich eine Gesamt-Hohlkörper-Deckenfläche von etwa 35.000 m² ergibt. Aufgrund der variierenden Deckenstärken kommen verschiedene Varianten der Cobiax SL- und EL-Systeme (unter anderem SL-100-120.7, SL-M-140-160.7 und EL-M-360) zum Einsatz, die teils vormontiert und teils in Komponenten für den Zusammenbau an der Baustelle geliefert werden. „Die unterschiedlichen Deckenstärken sind der Tatsache geschuldet, dass in den Bereichen Tiefgarage, Verkaufsflächen, Mall-Bereich, überschüttete Decken und Lager unterschiedliche Stützweitenverhältnisse vorliegen“, so Hülsmann. „Aufgrund der Erdbebenaktivität in der Zone 3 waren entsprechend DIN 4149:2005 besondere konstruktive Anforderungen in den Auflagerbereichen der punktgestützten Decken zu erfüllen, was sich auf den Verlegeplan der Hohlkörper auswirkt.“ Rund um die Stützen und Pilzkopfverstärkungen muss laut Tragwerksplanung eine konstruktive Querkraftbewehrung eingebaut werden, so dass die Abstände der Hohlkörper zu diesen Stellen etwas größer ausfallen als bei Bauwerken ohne Erdbebennachweis. Weitere Abstufungen bei den Höhen der Hohlkörper werden im Bereich der Punktstützen vorgenommen, an denen größere Zulageeisen erforderlich sind. Die Hohlkörper reduzieren das voraussichtliche Gesamtgewicht des erweiterten Baus um circa 3.365 t. „Der Einsatz unserer Technologie bedeutet nicht nur eine enorme Verbesserung im Hinblick auf das Gebäudegewicht“, erläutert Barbara Staab, Projektleiterin von Heinze Cobiax Deutschland. „Durch die Verringerung der Beton- und damit auch der Zementmenge ergibt

sich zudem ein nicht zu vernachlässigender ökologischer Vorteil, da nun 227 Betonanlieferungen weniger erfolgen müssen. Unseren Berechnungen nach belaufen sich die CO2-Einsparungen im Fall der Dreiländergalerie somit auf 286 t.“ Die wahrnehmbare Reduktion des Baustellenverkehrs und die ressourcenschonende Bauweise fügen sich sehr gut in das grüne energetische Konzept des Einkaufs- und Dienstleistungszentrums ein, welches unter anderem Heizwärme aus einem BHKW vorsieht. Support bei Planung und vor Ort

Cobiax leistete bereits umfangreiche Unterstützung bei der Ausführungsplanung, sodass eine optimierte Verlegung der Hohlkörper möglich war. So konnten die Abweichungen der vorhandenen Höhe zwischen den Bewehrungslagen etwa durch zwei verschiedene Hohlkörper-Größen kompensiert werden. „Cobiax hat sich in den Planungsprozess aktiv eingebracht und die erforderliche Abstimmung mit allen am Bau Beteiligten wie dem Statiker, Prüfstatiker und der Baustellenleitung selbständig und reibungslos durchgeführt“, bestätigt Hülsmann. Die Fertigstellung des Gebäudekomplexes, der nach LEED Gold zertifiziert werden soll, ist für Ende 2021 geplant. Dann wird die Dreiländergalerie ihrer Bestimmung als Dienstleistungs- und Einzelhandelszentrum übergeben werden. Einen prominenten Besuch hatte der Komplex jedoch schon während der Bauarbeiten: Die Sendung mit der Maus zeigte sich über die Hohlkörper begeistert und berichtete in einer Ausgabe über die Bauvorteile.

Weitere Informationen im Internet unter: green.cobiax.de Link zur Sendung mit der Maus: https://www.wdrmaus.de/filme/sachgeschichten/bauhohlkoerper.php5

Bereits seit 1997 entwickelt Cobiax leichte, ökologisch effiziente Hohlkörpersysteme und ist seit 2016 festes Mitglied der Heinze Gruppe, einem Zusammenschluss führender Unternehmen aus der Kunststofftechnik. Die patentierte Cobiax-Technologie ersetzt den massiven Beton im Inneren einer Stahlbetondecke und macht sie erheblich leichter. Dadurch können Gebäude flexibler, materialschonender, nachhaltiger und ohne statische Leistungseinbußen gebaut werden. Das Auftragsportfolio reicht von Einfamilienhäusern über kommunale Bauten und Hotels bis hin zu Hochhäusern und Flughäfen. Weltweit wurden bislang mehr als 14 Mio. m² an Cobiax-Hohlkörperdecken realisiert und dabei über 2 Mio. t Beton eingespart. Infolgedessen konnte der CO2-Ausstoß um etwa 180.000 t verringert werden. Das weltweite Vertriebsnetzwerk umfasst dabei mehr als 20 Länder.

 

Bild-ID: Ansicht Dreiländergalerie.jpg Bildunterschrift: In zentraler Innenstadtlage entsteht mit der Dreiländergalerie in Weil am Rhein aktuell ein neues Einkaufs- und Dienstleistungszentrum. Quelle: © Assmann Beraten + Planen GmbH